Gemeinde Martinsheim

mit den Ortsteilen Martinsheim, Gnötzheim, Enheim, Unterickelsheim

Namensgebend für den Ort war St. Martin der Hauptheilige der Franken und Patron einer einst außerhalb des Dorfes liegenden, verschwundenen Feldkirche. 1293 erstmalige Erwähnung. Von 1448 bis 1791 zu den unter der Herrschaft des Markgrafen v. Ansbach-Brandenburg stehenden sechs Maindörfern gehörend, die bis 1730 vom Oberschultheißenamt Obernbreit und danach von Marktsteft aus verwaltet wurden. 1978 kam Martinsheim als Großgemeinde mit den Ortsteilen Enheim, Gnötzheim und Unterickelsheim zur Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit
Einwohner: insgesamt 1053 Einwohner, davon Martinsheim 338 Einw. (Stand 31.12.2003)

Evang.-Luth. Kirche
Neubau von 1949 anstelle der 1945 völlig zerstörten Dorfkirche St. Burkhard. Moderne, schlichte Ausstattung.

Die Martinsheimer Ortsteile:

Als "Ehenheim" am 29.12.1230 erstmals genannt. Im 13.Jhd. war das Geschlecht der Ehenheim als Ministerialen der Hohenlohe hier ansässig. 1448 erwarben die Markgrafen v. Ansbach den Ort und gaben ihn an die Herren von Enheim zu Lehen. Nach deren Aussterben nach dem 30-jährigen Krieg endgültig in markgräflichem Besitz. Heute 234 Einwohner (Stand 31.12.2003).

Evang.-Luth. Kirche
1859 von Eduard Büreklein erbaut. Die Gestaltung des Äußeren mit Lisenengliederung und Konsolfriesen ist der Romanik verpflichtet. Die spitz zulaufenden Fenster nehmen dagegen gotische Stilelemente auf. Innenausstattung der Bauzeit vollständig erhalten. Unter der Kanzel an der Wand die Hellebarde, mit der früher der Wächter des Ortes während des sonntäglichen Gottesdienstbesuchs die leerstehenden Häuser der Enheimer bewachte.

Friedhof
Drei Epitaphien aus dem 17. Jhd., die an der Außenwand eines kleinen Häuschens aufgestellt sind haben sich erhalten.
Eine gute handwerkliche Arbeit ist der Grabstein eines 1625 verstorbenen Pfarrers in Amtstracht.

Rathaus
Einfacher Bau mit Walmdach und Dachreiter. Laut Inschrift in einem Fenstersturz 1786 erbaut.

Obelisk
Nahe Enheim auf einer Straßeninsel der Bundestraße 13 zwischen Oberickelsheim und Ochsenfurt gelegen. Auch Pyramide genannt. Von Friedrich Karl Alexander v. Brandenburg-Ansbach ans Ende des markgräflichen Abschnitts der zwischen 1766 und 1773 gebauten Chaussee von Ansbach nach Würzburg gesetzt. Früher stand hier auch ein Zollhaus, das von Enheimer Lehrern betrieben wurde.

 

Wohl in der Zeit des fränkischen Landausbaus entstanden. Einen Hinweis auf das Alter des Dorfes gibt die Pfarrkirche aus dem 12 Jhd. 1340 sind die Ritter v. Seinsheim im Besitz des Schlosses. 1352 Marktrecht durch Karl IV. Seit 1468 Stammsitz der Rosenberg durch Heirat von Margareta v. Seinsheim und Conrad v. Rosenberg. Die Kirche wurde zur Grablege bestimmt. Nach Erlöschen des Familienzweiges der Rosenberg ging das Schloßgut in schwarzenbergischen Besitz über und wurde 1810 schließlich bayerisch. Heute 281 Einwohner (Stand 31.12.2003).

Evang.-Luth. Pfarrkirche
Die.Anlage der kleinen Kirche mit Eingangsturm und quadratischem Chor stammt im Kern aus dem 12. Jhd. Veränderungen wurden um 1612 vorgenommen. Das Hauptportal mit rundbogig geschlossener, profilierter Laibung und Reliefverzierungen im Tympanon stellt das bedeutendste Zeugnis des romanischen Stils im Landkreis dar. Im Innern an drei Seiten Emporen (1612). Im Chorbogen großes Kruzifix vom Anfang des 18.Jhd. An der Innenseite des Chorbogens Freskenreste, die aus der Zeit um 1400 stammen. Dargestellt sind links die törichten Jungfrauen mit gesenkten. erloschenen Fackeln und rechts die klugen Jungfrauen, deren erhobene, brennende FackeIn Zeichen für ihre Aufnahme ins Paradies sind.
Im Chor links eine spätgotische Sakramentsnische. An der Ostwand das Sem Schlör zugeschriebene Prunkepitaph des 1596 verstorbenen Conrad v. Rosenberg. Der Tote liegt in voller Rüstung ausgestreckt auf einer von knienden Engeln gestützten Tumba. Neben ihm an der Wand das Kruzifix und die Personifikationen von Glaube und Liebe. Das unvollendet gebliebene Grabmal, das in der Form des auf dem Sarkophag ausgestreckten Toten in Unterfranken sonst nicht vorkommt, wurde 1832 durch einen an die Chorwand gemalten Aufbau in klassizistischen Formen ergänzt.

Ehem. Schloß
Vom einstigen Schloß, das 1645 am Ende des 30jährigen Krieges von durchziehenden Franzosen niedergebrannt wurde, steht im Westen des Ortes noch die ehem. Zehntscheuer des rosenbergischen Gutes, ein hoher, zweiflügeliger Kastenbau (1562). Von der früheren Wallgrabenanlage hat sich ein Rundturm erhalten.

 

In der Zeit der fränkischen Landnahme gegründet. 889 als "ikylenheim" erstmals genannt.  Diese Siedlung teilte sich später. Vermutlich durch Verlegung eines Ortsteils an eine westlich liegende Fernstraße entstand Oberickeisheim, während Unterickelsheim die ursprüngliche Tallage beibehielt. Unter den verschiedenen Dorfherrschaften sind vor allem die Marktgrafen v. Ansbach-Brandenburg zu nennen, unter denen 1528 die Reformation Eingang fand. Durch die Gebietsreform von 1978 kam der Ort vom Landkreis Uffenheim zur Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit und damit zum Landkreis Kitzingen. Heute 200 Einwohner (Stand 31.12.2003).

Evang.-Luth. Pfarrkirche St. Nikolaus
Ältester Teil der kleinen Dorfkirche ist der Chorturm aus dem späten 13.Jhd. 1405 wurden Veränderungen vorgenommen, 1759 das schlichte Langhaus erneuert und erhöht.  Das Kirchenschiff im Innern durch zweigeschossige Emporen im Norden und Westen verengt. Im kreuzgewölbten, niedrigen Chor bemerkenswert das Altarretabel von 1660 mit figürlicher Kreuzigungsgruppe vor einer gemalten Landschaft. An der linken Chorwand Sakramentshäuschen aus der Zeit um 1405, gestaltet wie ein zinnenbewehrtes Burgtor. An den Seiten des geschmiedeten Verschlußgitters in Nischen die Figuren von Christus als Schmerzensmann und der Ecclesia.

Sonstige Sehenswürdigkeiten
Am Wohnhaus Nr.4 an der Hauptstraße altes Wirtshausschild mit Doppeladler aus dem 18./19. Jhd. Verläßt man den Ort in Richtung Gollhofen, trifft man kurz nach dem Ortsschild auf ein Steinkreuz mit einigen eingeritzten Buchstaben und dem Relief eines Ritters, der sein Schwert aufstützt. Ein zweites einfacheres Kreuz steht am Ortsausgang nach Martinsheim. Über die Bedeutung dieser alten Rechtsmale ist nichts überliefert, doch wurden sie wahrscheinlich als Sühnekreuze gesetzt.

 

Weitere Informationen über unsere Gemeinde finden Sie auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Martinsheim